
Jede Pinyin-Silbe mit einem Ton benötigt ein Tonzeichen über einem ihrer Vokale. Doch welcher Vokal bekommt das Zeichen? Bei zwei oder drei Vokalen in einer Silbe ist die Antwort nicht immer offensichtlich. Zum Glück gibt es eine klare, schrittweise Regel, die immer funktioniert.
Die Regel (in Prioritätsreihenfolge)
Gehen Sie diese Schritte von oben nach unten durch. Hören Sie auf, sobald Sie eine Übereinstimmung finden:
- Enthält die Silbe 'a' oder 'e': geht das Tonzeichen auf 'a' oder 'e'. Diese beiden Vokale erscheinen nie zusammen im gleichen Final, sodass es nie einen Konflikt gibt. Beispiele: hǎo, méi, lái.
- Enthält die Silbe 'ou': geht das Tonzeichen auf das 'o'. Beispiele: gǒu, dōu.
- Sonst: geht das Tonzeichen auf den letzten Vokal. Dies gilt für Kombinationen wie 'iu' und 'ui'. Beispiele: liú, guì.
Eine hilfreiche Merkhilfe
Manche Lernende nutzen die Vokalpriorität: a, o, e, i, u, ü. Bei zwei aufeinanderfolgenden Vokalen bekommt der Vokal das Zeichen, der in dieser Liste zuerst steht. Die einzige Ausnahme ist die Regel über den letzten Vokal bei 'iu' und 'ui'.
Die obige Drei-Schritte-Regel ist jedoch zuverlässiger und leichter anzuwenden, ohne die vollständige Prioritätsreihenfolge auswendig zu lernen.
Beispiele in der Praxis
- shuāi: enthält 'a', also kommt das Zeichen auf 'a'
- duì: kein 'a' oder 'e', kein 'ou', also kommt das Zeichen auf den letzten Vokal: 'i'
- liú: kein 'a' oder 'e', kein 'ou', also kommt das Zeichen auf den letzten Vokal: 'u'
- guō: kein 'a' oder 'e', aber es ist nicht 'ou' – es ist 'uo'. Das 'o' bekommt das Zeichen, weil es der letzte Vokal ist
- lüè: enthält 'e', also kommt das Zeichen auf 'e'
Warum 'iu' und 'ui' besonders sind
Denken Sie daran, dass 'iu' eine Abkürzung für 'iou' und 'ui' eine Abkürzung für 'uei' ist. In den vollständigen Formen würde normalerweise der mittlere Vokal ('o' oder 'e') das Zeichen erhalten. Da dieser mittlere Vokal in der Abkürzung verborgen ist, verschiebt sich das Zeichen auf den letzten sichtbaren Vokal.
Das Kleingedruckte: Punkte und Großbuchstaben
Ein paar typografische Feinheiten bringen Lernende ins Stolpern. Landet ein Tonzeichen auf dem Buchstaben i, verliert das i seinen eigenen Punkt: Sie schreiben nǐ und lì, niemals ein i mit Punkt und Zeichen zugleich. Beim Buchstaben ü ist es umgekehrt, er behält seine zwei Punkte und stapelt das Tonzeichen obendrauf, wie in lǜ und nǚ. Und auf einem Großbuchstaben steht das Zeichen ebenfalls, sodass der Name Ān (安) seinen Ton über dem großen A trägt. Die Platzierungsregel entscheidet, welcher Vokal es ist; diese Feinheiten entscheiden, wie er aussieht.
Übung
Entscheiden Sie bei jeder Silbe, wo das Tonzeichen hingehört:
- huan: enthält 'a' → Zeichen auf 'a': huán
- lei: enthält 'e' → Zeichen auf 'e': léi
- diu: kein 'a'/'e'/'ou' → letzter Vokal 'u': diū
- gou: enthält 'ou' → Zeichen auf 'o': gǒu
Wenden Sie die drei Schritte in der richtigen Reihenfolge an, und die Antwort erscheint jedes Mal.


