
Das Wort bù (不, bedeutet „nein” oder „nicht”) ist eines der häufigsten Wörter im Mandarin. Normalerweise trägt es den 4. Ton – eine scharf fallende Tonhöhe. Aber in einer bestimmten Situation ändert sich sein Ton. Dies ist ein weiteres Beispiel für Tonsandhi, und es ist eine Regel, die Sie täglich verwenden werden.
Die Regel
Wenn bù unmittelbar vor einer anderen Silbe im 4. Ton steht, wechselt es vom 4. Ton zum 2. Ton (steigend). In allen anderen Fällen, vor dem 1., 2. oder 3. Ton – bleibt es beim 4. Ton.
Warum das passiert
Zwei fallende Töne hintereinander erzeugen einen schwerfälligen Rhythmus. Der Wechsel vom 4. zum 2. Ton vor einer weiteren 4.-Ton-Silbe lässt die Sprache flüssig klingen. Es ist eine natürliche Anpassung, die jeder Muttersprachler unbewusst vornimmt.
Beispiele: vor dem 4. Ton (bù ändert sich)
- bù shì (Ist nicht) → gesprochen als bú shì: weil 'shì' 4. Ton ist
- bù duì (Nicht richtig) → gesprochen als bú duì: weil 'duì' 4. Ton ist
- bù yào (Will nicht) → gesprochen als bú yào: weil 'yào' 4. Ton ist
Beispiele: vor anderen Tönen (bù bleibt)
- bù chī (Nicht essen) → bleibt bù chī: 'chī' ist 1. Ton
- bù xíng (Nicht in Ordnung) → bleibt bù xíng: 'xíng' ist 2. Ton
- bù hǎo (Nicht gut) → bleibt bù hǎo: 'hǎo' ist 3. Ton
Merkhilfe
Das Muster ist einfach: bù ändert sich nur vor dem 4. Ton. Eine einfache Eselsbrücke: Zwei fallende Töne prallen aufeinander, also steigt der erste, um dem Aufprall auszuweichen.
Genau wie beim 3.-Ton-Sandhi zeigt das geschriebene Pinyin oft den ursprünglichen Ton (bù), aber manche Lehrbücher und Wörterbücher schreiben den geänderten Ton (bú) vor einem 4.-Ton-Wort. In jedem Fall gilt die gesprochene Regel immer gleich.
Wenn bù neutral wird
Neben dem Steigen vor einem vierten Ton hat bù ein drittes Verhalten, das viele Kurse auslassen: Es kann seinen Ton ganz verlieren. In einem Verb eingebettet, im häufigen A-nicht-A-Fragemuster und in potenziellen Komplementen, wird bù leicht und tonlos. Sie hören es in hǎo bu hǎo (好不好, ist es in Ordnung?), kàn bu kàn (看不看, ansehen oder nicht?) und chī bu bǎo (吃不饱, nicht satt essen können). Betonen Sie das bù dort nicht und geben Sie ihm keine Tonhöhe; lassen Sie es schnell und unbetont vorbeigleiten.
Übung
Lesen Sie diese Phrasen laut und wenden Sie die Regel an:
- bù cuò (Nicht schlecht) – trägt 'cuò' den 4. Ton? Ja. Also sagen Sie bú cuò.
- bù lái (Kommt nicht) – trägt 'lái' den 4. Ton? Nein, es ist 2. Ton. Also sagen Sie bù lái.
Prüfen Sie zuerst den Ton der Silbe nach 'bù'. Wenn er fällt, steigt 'bù'. Das ist die gesamte Regel.


