
Die retroflexen Konsonanten sind die Laute, mit denen die meisten Lernenden am längsten kämpfen. Sie erfordern eine Zungenbewegung (das Aufrollen der Zungenspitze nach oben und hinten) die sich zunächst unnatürlich anfühlt. Sobald Sie jedoch die physischen Mechanismen verstehen, wird die Herausforderung zu einer Frage der Übung, nicht des Geheimnisses.
Was sie retroflex macht
Alle vier Laute, zh, ch, sh, r: teilen ein gemeinsames Merkmal: die Zungenspitze rollt nach oben und hinten, sodass die Unterseite der Zungenspitze sich dem Gaumen nähert. Dies ist das Gegenteil von dentalen Lauten wie 'z, c, s', bei denen die Zungenspitze nach vorne in Richtung der Zähne zeigt.
Die vier Mitglieder
- zh: Zunge rollt nach hinten, macht Kontakt, löst dann sanft. Kein Luftstoß (unaspiriert).
- ch: gleiche Rollbewegung und gleicher Kontakt wie 'zh', aber mit einem kräftigen Luftstoß (aspiriert).
- sh: Zunge rollt nach hinten, macht aber keinen vollen Kontakt. Luft strömt kontinuierlich durch den Spalt (Reibelaut).
- r: gleiche Position wie 'sh', aber die Stimmlippen schwingen mit und verleihen dem Laut eine summende, stimmhafte Qualität.
Die häufige Schwierigkeit
Die meisten Lernenden haben eines von zwei Problemen:
Problem 1: Zu wenig Rollbewegung. Die Zunge bleibt zu weit vorne, und der Laut klingt wie 'z', 'c' oder 's' statt 'zh', 'ch' oder 'sh'. Die Lösung: Übertreiben Sie die Rollbewegung zunächst bewusst. Schieben Sie die Zungenspitze weiter nach hinten als sich natürlich anfühlt. Mit der Zeit werden Sie die richtige Balance finden.
Problem 2: Zu viel Rollbewegung. Die Zunge rollt so weit nach hinten, dass sie sich anspannt und der Laut dumpf oder verzerrt klingt. Die Lösung: Die Rollbewegung sollte entspannt sein. Die Zungenspitze hebt sich sanft – sie muss nicht tief in den Mund gelangen. Der Berührungspunkt liegt knapp hinter dem knöchernen Grat hinter den Zähnen, nicht weit dahinter.
Erinnerung an die Lippenform
Alle vier Retroflexlaute erfordern leicht gerundete, nach vorne geschobene Lippen. Diese Lippenform verstärkt die „dunkle” Qualität der Laute. Wenn Ihre Lippen flach sind, erzeugen Sie wahrscheinlich einen palatalen oder dentalen Laut.
Eine tägliche Übung
Üben Sie die vier Retroflexlaute der Reihe nach: zhī, chī, shī, rì. Sprechen Sie sie langsam. Spüren Sie, wie die Zunge in Position rollt, und löst oder hält für jeden Laut. Wiederholen Sie dies fünfmal jeden Morgen. Innerhalb einer Woche wird sich das Rollen natürlich anfühlen. (in der Pinyin-Tabelle anhören)
Wie Sie Ihren eigenen Fehler hören
Der schnellste Weg zur Besserung ist, den Fehler selbst zu erwischen. Nehmen Sie eine Silbe wie shī auf und spielen Sie sie neben dem dentalen sī ab. Klingen die beiden fast gleich, wölbt sich Ihre Zunge nicht genug. Klingt Ihr Retroflex dick, verschluckt oder gepresst, wölben Sie zu weit und verspannen sich. Den dentalen Verwandten als Bezugspunkt zu nutzen, verwandelt ein vages Gefühl in einen klaren, behebbaren Vergleich.
Die wichtigste Erkenntnis
Die Retroflex-Herausforderung ist eine körperliche Fähigkeit, ähnlich wie das Erlernen einer neuen Handposition auf einem Musikinstrument. Es fühlt sich zunächst unbeholfen an, aber die Bewegung ist einfach: Zungenspitze nach oben und hinten, Lippen leicht gerundet. Üben Sie die Rollbewegung, und die vier Laute folgen von selbst.

